Samstag, 11. November 2017

Alice, Gärtnerin III

Alice
7 Episoden

3. Episode

Vormittag im Spätsommer

Alice, Gärtnerin


 Geschrieben 2013 und 14, überarbeitet, herausgegeben
und illustriert von der Autorin im August 2017


Flach liegt Alice auf dem Rücken. Der Mond ist ein milchig zartes Gewebe am hellblauen Morgenhimmel hoch über ihr. Zwischen Himmel und Erde liegt sie, nah an der Erde, weit vom Himmel entfernt. An den nackten Stellen ihres Körpers, Händen, Armen, Waden, Füßen und durch die Kleidung hindurch spürt sie die Erde, ihre starke Anwesenheit. Der Himmel ist überall; farbige Luft über ihrem Gesicht, an ihrer Haut, doch weit oben wie ein Vogel. Der Himmel besteht aus kleinen Punkten, zieht über sie hinweg, wird höher, noch weiter weg gesogen, er fliegt und flieht. Die Erde pulst und pocht, saugt: tief, tiefer, tief.
Also, was ist jetzt nah und was ist fern?, fragt sich Alice an diesem strahlenden, wolkenlosen Morgen im Spätsommer. Sie streckt sich weiter aus, spannt ihren Rücken über dem kurz gemähten Rasenstück. Ihre Wirbelsäule macht einen Bogen. Sie spürt diesen Bogen, biegt und dehnt ihn weiter in ihrer Vorstellung, folgt ihm an einer unsichtbaren Verlängerung entlang, klettert mit ihm bis zum Horizont. Dort wölbt sich der Himmel, dort wölbt sich auch die Erde; alles wölbt sich um ein Gefäß, eine gläserne Kugel, einen Ball aus Alices sich über alle Grenzen hinaus ausweitendem Garten.
Alice steht auf, bewegt ihre Glieder, streicht sich das helle Kleidchen glatt. Schaut noch einmal in den Himmel, muss jetzt den Kopf dafür in den Nacken fallen lassen, die Locken stürzen von ihrem Scheitel herab. Die Farbe des Himmels hat etwas Fließendes, Durchleuchtetes, etwas Sichtbargemachtes.

Unsichtbar zieht sich eine Mauer um das Grundstück, umschließt es. Doktor Grau hat Alice hierher gebracht, auf dieses Gartengrundstück mit einem alten, hölzernen Ferienhaus.
Doktor Grau war der Meinung, dass sie beide Ferien bräuchten.

Von was denn?, könnte Alice jetzt fragen, doch ihre Gedanken sind beschäftigt.
Weite und Enge, Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit, Ferne und Nähe, Höhe und Tiefe - Alice sieht diese Begriffe als plastische Gestalten auf dem Grundstück um sich herum. Sie stehen und liegen wie Steine oder Felsen; Findlinge oder Statuen: Reiter und Ritter mit Pfeil und Bogen, Fische, Nixen, Wesen.
Alice sieht mit geschlossenen Augen, sie visioniert; dabei scheint alle Schwere aus ihrem Körper nach unten zu strömen und sich an die Erde abzugeben. Sie summt vor sich hin und wiegt ihren Körper von einem Bein auf das andere. Hin und her.
Alice öffnet und schließt die Augen. Klipp klapp, sie hört ein Mühlrad Wasser schaufeln, und sie ahnt: dieses Blau dort oben am Himmel ist aus dem Wasser ihres Brunnens gemacht.
Auch wenn Doktor Grau eine Auszeit nehmen will, Ferien machen, egal wo, das magische blaue Wasser aus ihrem Brunnen begleitet Alice wie ein Gefolge.
Doktor Grau aber nimmt seine Mauer überall mit hin. Sie errichtet sich wie von selbst an jedem Ort, an dem er sich mit Alice aufhält.
Seine Mauer: poröses Gestein, unverrückbar, unsichtbar.
Was soll sich Alice um die Mauer scheren. Sie reibt ihre Handflächen aneinander, schüttelt ihre gelbbraunen, luftgefüllten Locken - ein kleiner Wind entsteht; so ist es ihr zumindest.

Doktor Grau ist nicht da, er ist unterwegs. Hat einen so wichtigen Termin, dass er seine Auszeit unterbricht. Alice macht sich an die Arbeit. Sie geht zu dem buschreichen Teil des Grundstücks nahe der Mauer. Dichte Tuja- und Taxushecken, Buchsbaum, Lorbeer und Flieder wachsen hier.
Es riecht stark, verlockend, geheimnisvoll. Alices Augen suchen das Geäst, das durch das Nadel- und Blattwerk zu sehen ist, nach Figuren und Gestalten ab. Vexierbilder, die zu ihren Gedanken passen. Sie bildet Paare und spielt Memory.
Das ist ein Spiel, aber da es mit innerer Spannung, hoher Aufmerksamkeit und Anstrengung verbunden ist, grenzt es an Arbeit. Es ist eine geistige, sinnliche Arbeit, und Alice fühlt, dass sie etwas Existentiellem auf der Spur ist. Dennoch ist ihr Spiel phantastisch und absichtsfrei. Als ob es gefährlich sei, sich den Hecken und Büschen zu nähern, geht Alice leise, fast lautlos.

Abwesende Menschen haben hier die Arbeit gemacht. Das Holzhaus gebaut, den Rasen und die Beete angelegt, Blumen gepflanzt, Büsche und Hecken beschnitten. Die Arbeiter, unbekannte Gärtner, pflegen den Garten und das gesamte Grundstück, sie sorgen dafür, dass Schädlinge verschwinden, dass nicht zuviel und nicht zuwenig wächst. So blüht nun alles nach Plan, sieht schön aus und riecht gut. Rosen, Flieder, Jasmin, Äpfel und Kirschen, alles blüht und reift zu seiner Zeit.
Mit fleißigen Händen beseitigen die Gartenarbeiter auch das ständig nachwachsende Unkraut. Ungewollte Gewächse sind hier nicht zu sehen.

Und dann ist da wieder die Katze, die eigentlich ein Kater ist. „Katze“, findet Alice, ist ein Überbegriff für diese sonderbaren, eigenwilligen Wesen. Zu diesem einen Kater spürt sie ein unsichtbares, aber starkes Band, fast schon wie einen Muskel, der sich zusammenzieht und dehnt.
Der Kater schafft es, irgendwie über die Mauer zu kommen oder auf andere Weise auf Doktor Graus Feriengrundstück zu gelangen. Er geht ein und aus. Schwarz ist er und hat gelbe
Augen, ein Kater wie aus einem Märchenbuch.
Fast unheimlich findet Alice den menschenähnlichen Blick - wie soll sie ihn beschreiben? Er beobachtet sie.
„Katze!“, flüstert Alice zwischen den Hecken hindurch, und das Tier erscheint. Treu, dennoch nur dem eigenen Willen folgend, geht er mit Alice, bis sie vor einer Hecke stehen bleibt. Der Kater lässt sich nieder, lauscht, eine Katzenfigur mit zuckenden Ohren im Spätsommerwind.

Der Mond schaut vom Himmel herab, verblassend, da der Sonnenschein an Strahlung und Intensität zunimmt, und Alice stellt sich vor, dass Doktor Graus Mauer aus dem Gestein des Mondes gemacht ist. Mit Kratern und Pickeln, aber mit einer Art Zärtlichkeit irgendwo da drinnen.
„Wahrhaft und authentisch, fern, doch immer nah“, so philosophiert es in Alices hübschem Mädchenkopf.
Sie sei „verdreht“, sagt Doktor Grau. Er meint, die kleinen Tabletten helfen dagegen.
„Wem oder wofür?“, fragt Alice das Katzentier. Die gelben Augen leuchten aus dichtem, schwarzen Fell hervor.
Die Katze streicht um Alices nackte Beine; sie ist eine Metapher für die viele freie Zeit, die auch Alice im Garten verbringen kann, für Verstand und Unverstand, absichtslosen Zeitvertreib, Betrachtung, puristische Existenz, Einsamkeit… Interesse an Kleinigkeiten und Details, Geräuschen.
Der Kater lässt sich von Alices Kinderhänden streicheln. Was für ein wunderbares Fell!

In den Hecken sucht Alice nach einem Katzenkopf, findet aber einen Henker und einen nackten Tierschädel, etwa den eines Kalbes. Sie findet Gruseliges, nicht so richtig Definierbares. Die Gestalten und Gesichter sind vom Tageslicht durchwirkt, durchdrungen, doch das Licht, befindet Alice, ist nicht in ihnen enthalten. Es scheint durch sie hindurch und hinterlässt keine Spur. Die Gestalten sind dunkel, sie bestehen aus Dunkelheit. Es knackt und kracht. Tiere in der Hecke, im Gebüsch. Zankende Vögel.

Sie hat den Kater schnurren gehört; nun ist er wieder verschwunden.
„Was tun?“, fragt sich Alice. Eine Art Langeweile legt sich um ihre Gedanken, webt sich in ihr Gemüt. „Arbeit!“, denkt sie und tänzelt zwischen den Beeten hindurch auf der Suche nach Unkraut. Doch hier ist alles tipp topp gepflegt. „Vielleicht“, denkt Alice, „kann ich das Unkraut schon in der Erde finden, wenn es also noch unter der Oberfläche ist und nach oben aufbricht. Oder ich warte auf den Herbst, bis die Blätter rot und golden auf den Rasen fallen. Das wäre eigentlich am schönsten.“ Sie hört es schon rauschen und rascheln. Ein Wunder, dass die Gärtner den dunklen Gestalten in den Hecken nicht den Garaus gemacht haben. Das könnte sie doch nun selbst versuchen! Doch weit und breit, wo sie auch nachschaut, gibt es kein Gartengerät. Alles ist weggeschlossen, spätestens seit dem Zwischenfall mit der Sichel. Kein Gärtner, kein Arbeitsgerät.

„So soll es denn regnen!“, wünscht sich Alice, und sie ruft diesen Wunsch in den Himmel hinein, biegt den Kopf wieder nach hinten und legt ihn wie den Teller einer Sonnenblume unter das bemerkenswert klare Blau des Himmels. Als sie einen Tropfen auf ihren Lippen spürt, öffnet sie den Mund.
Wasser, Wasser aus ihrem magischen Brunnen!
Es fallen mehr Tropfen, doch sie fallen nur auf Alice. Keine Wolke ist zu sehen, aber es regnet auf das Mädchen Alice herab.
Während sie das Wasser schon überall spürt auf der Haut und durch ihre Kleidung hindurch, steht die Katze mit trockenem Fell in einigem Abstand von ihr. Sie lässt sich nieder und beobachtet Alices Regen. Auch die Blumen auf den Beeten bekommen nichts ab, keinen einzigen Tropfen. Es ist Alice, als werde sie von den Blumen angeschaut; traurig, durstig, bedürftig. Doch dort, wo ihre Füße den Boden berühren, ist das Gras nass, quitsch quatsch.
„Arbeit!“, ruft Alice aus. Freudig beginnt sie nun durch den Garten zu laufen und allen darin Wasser zu schenken.
Jeden Meter, Zentimeter, Millimeter will sie abschreiten. Blume für Blume, Beet für Beet wird sie mit ihrem Regen beschenken, und in die Hecken und Büsche wird sie hineinkriechen, so dass es knistert, knackst und platscht. So lange, bis der ganze Garten satt und durchtränkt von Wasser ist.

Wenn Doktor Grau nicht etwas sehr Wichtiges zu tun hätte, mitten im Urlaub muss er dringende Verhandlungen mit einem Pharmakonzern führen, wäre er jetzt sofort zur Stelle und würde Alices Kinderquatsch unterbinden.
Doch bis zur dunklen Hecke wird Alice noch kommen vor des Doktors Rückkehr. Bis zu dem Moment, da Doktor Grau wieder plötzlich und unerwartet vor ihr steht, ist der ganze Garten von Duft erfüllt, Regentropfen funkeln und blinken auf den Blättern und Grashalmen und hüpfen in den Blütenkelchen, als wären diese Springbrunnen.

Ein Regen, da kann Alice ja nichts dafür, das weiß auch Doktor Grau, da kann er ihr keinen Vorwurf machen. Nur - warum ist sie nicht ins Haus gegangen?
Und Alice sagt, es sei so dunkel im Haus, und die Tabletten machten sie so empfänglich für diese Dunkelheit; sie habe Angst vor den Gestalten, die aus ihr hervorkämen in ihrer kindlichen Phantasie - das ganze Haus sei voll davon, vor allem, wenn sie, Alice, alleine hier sei… schließlich ist sie doch ein Kind und ein Mädchen dazu.
Und wie sie durchnässt und bleich wie Mondgestein vor Doktor Grau steht, das Haar fällt in dunklen Strähnen auf ihre Schultern herab, das Kleid ist in Falten um ihren Kinderkörper gewickelt - zittert sie etwa? -, da sieht sie vor ihren geweiteten Himmelsaugen die Vexierbilder aus den Hecken aus dem Haus herauskommen und in den Garten treten. Und dieser eine Schädel, der furchtbare mit einer Narbe wie ein Schmiss, gleicht er nicht den fahlen Gesichtszügen des Doktor Grau ganz genau, als sei er von ruppigen Gärtnerhänden und Heckenscheren aus dem düsteren Geäst geschnitten worden?
„Wer weiß“, hört Alice ein Zischen hinter der dichten Taxushecke, dort, wo die Mauer sein muss. Und sie meint, die Gedanken des Katers zu hören, der mit trockenen Tatzen dort hinten herumschleicht. Hell und heller schimmert ihr nasses Gesicht, strahlt ihre Haut, leuchten ihre Hände, ihr Leib, ihre ganze Regengestalt, als sie die Stimme des Katzentieres ganz deutlich vernimmt, klar wie die hellblaue Luft. Warm und dunkel und schön wie die Erde tönt sie: „Psst, Alice, Gärtnerin!“
Und während Alice mit Doktor Grau ins Haus geht, lächelt sie, die Gärtnerin, und meint, der ganze Garten lächele mit. 


 Eva Wal

1. Episode auf diesem Blog im Post September 2017 
2. Episode auf diesem Blog im Post Oktober 2017

Freitag, 27. Oktober 2017

Reisetag mit Dionysos

Schreibtag im Arp Museum 

Dieses Mal begaben wir uns auf eine besondere Reise, angeregt von den drei Exponaten der Ausstellung von Werner Klotz im Künstlerbahnhof, die den griechischen Gott Dionysos im Titel tragen. Wer kennt nach dem bekannten Gott des Weines den Mysteriengott Dionysos, über den Nietzsche schreibt, dass die griechische Tragödie in ihrer ältesten Gestalt nur die Leiden des Dionysos zum Gegenstand hatte?

Wir betrachten die Reisebar des Dionysos im Café und Festsaal des Bahnhofs und zwei Vitrinen mit Gläsern, Flaschen und Scherben an den Wänden des Aufgangs zum Café. Orakel wurden aus Glasscherben gelesen, steht im Ausstellungsbegleiter; doch seit wann gibt es Glas? Seit über dreitausend Jahren kannten es die Ägypter; das älteste bekannte Glasrezept in Keilschrift stammt von einem assyrischen König um 650 v. Chr. und lautet: Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und Du erhältst Glas. Ergänzen ließe sich noch, dass wir zum Glas schmelzen einen Ofen benötigen, der auf mindestens 1.400 Grad erhitzt werden kann.




Fotos von Brigitte Dietrich

In der Museumsbibliothek erhält jede/r Teilnehmer/in weitere Reiseanregungen durch eine assoziative Sammlung von Dingen aus meinem Fundus und Reisebegleiter  wie zum Beispeil eine Muse und zwei verschlossene Umschläge mit Postkarten und der Aufschrift: Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist, einem Zitat von Jean-Paul.



In einer vollen Stunde Schreibzeit entstehen dieses Mal ganze Märchen, Kurzgeschichten, aber auch Gedichte, kurz oder lang. Witziges, Tragisch-Schauriges oder Nachdenkliches. Der Vortrag der frisch geschriebenen Texte ist jedes Mal ein erstaunliches, berührendes Erlebnis.





Fotos: Eva Wal

Die Schreibtage am Arp Museum finden drei Mal im Halbjahr statt und sind offen für alle, die gerne schreiben, ob mit oder ohne Erfahrung. Informationen und Termine hier auf diesem Blog unter projekte/ künstlerworkshops und auf:  www.arpmuseum.org

 Post zum vergangenen Schreibtag: Alles fließt, 3. Oktober 2017
 

Dienstag, 24. Oktober 2017

Alices Sommer II

Alice
7 Episoden

2. Episode

Geschrieben 2013 und 14, überarbeitet, herausgegeben
und illustriert von der Autorin im August 2017


Nachmittag im Hochsommer

Alices Sommer

Als Alice sich in den Finger schnitt, war es reine Absicht.
So glücklich ist sie nun, dort oben zu stehen, auf dem steinernen Vorgartenplatz, und den Weg vom Haus hinunter zu schauen. Hier oben steht der Brunnen mit dem blauen Wasser, und Alice blutet heftig aus dem kleinen Finger.
Über die Auffahrt fahren Pferdekutschen, Eselskarren und Autos der Marken BMW, Rolls Royce, Jaguar oder Mercedes entlang; niemals aber Fahrräder. Es ist ein reines Vergnügen für Alices Vorstellungskraft: ein Fahrrad!
Doktor Grau ist dagegen, dass Alice Fahrrad fährt oder reitet. Aber Alice tut es hemmungslos in ihrer Fantasie, und es fühlt sich so stark an wie ein Fahrradsattel oder ein Eselsrücken sich niemals anfühlen kann.

Das Blut tropft in schnellem Rhythmus, der Finger pocht wie der Atem eines aufgeregten, in Gefangenschaft geratenen Tieres. Alice bewegt die Hand mit dem Blut wie im Tanz; die roten Tropfen spritzen auf ihr schönes, helles Kleid. Sie dreht sich und dreht sich noch einmal - und steht vor Doktor Grau. Sie sieht an ihm hinauf und trifft seine Augen. Streng, grausam, hilflos blickt der Doktor zum Kind Alice herab. Ein heller Kreis um die Pupillen herum. Helligkeit ohne irgendein Leuchten.
Hell, hell ist Alices rot bespritztes Kleid und auch ihr Lachen. Doch was zu weit geht, geht zu weit.

Brav bricht Alice nun in Tränen aus, anstatt zu lachen. Doch innerlich tönt und dröhnt ein Glockengesang in ihrem Körper, dort in der Kathedrale hinter ihrer Brust, während sie Doktor Grau mädchenhafte Hilflosigkeit und törichtes Verzagen vorspielt, Versagen und Dummheit dazu; eine Melange jedenfalls, die sie intuitiv genau auf Doktor Graus Charakter und Psyche abstimmt, oder ihrer Einschätzung davon, so wie Doktor Grau es andersherum mit den Tabletten tut, die er Alice regelmäßig verabreicht.

Die Sichel, mit der sich Alice in den Finger schnitt, liegt im Gras. Grau und unscheinbar der Stahl. Ein Halbmond. Eine Form, die Alices Mädchengeschmack trifft. Wie ist die Sichel in ihre Hände gekommen? Das will Doktor Grau nun wissen.
„Alice?!“
Alices Tränen, die aus ihren geweiteten Augen strömen, erzählen von Unwissenheit und Reue. Ohne den Kopf zu bewegen, nur die Augen in die Winkel verdreht, sieht sie durch ihre Locken in Richtung Auffahrt. Es ist ihr, als höre sie Hufe auf die runden Steine treten. Kaltblüter. Langsame, schwere Riesentiere mit schnaubenden Nüstern und sehr langen Mähnen.
Ein Schluchzen stürzt ihre Kehle hinauf. Sie ist ein Vogel in Doktor Graus Faust.
Doktor Graus Schmiss zuckt. „Nun gut“.
Auch er sieht jetzt aus unbekanntem Grund in Richtung Auffahrt, als erwarte er jemanden, habe einen angekündigten Besuch fast vergessen oder befürchtet, dass ihm etwas zu entgehen droht.
Ein Blumenmädchen, ein Rolls Royce. Das Blumenmädchen gestürzt. Zermatschte Blumen über die Auffahrt verteilt.

Alices schönes Kleid ist versaut. Mit den Tränen tropft das Blut. Tripp, tropp. Dummes Mädchen!
Alice lässt das Kaltblut durch ihre Adern galoppieren. Da ist was los, wenn ein Kaltblut galoppiert! Das Blut quillt, schießt, sprudelt, und wenn es eine Öffnung, eine Wunde gibt, aus der es austreten kann, ist jedes Kleid futsch.
Glockenschlag und Lachen, Musik.
Dagegen Doktor Graus eisiges, aber kontrolliertes Verhalten. Eine Entscheidung:
„Alice!“
Straffreiheit für das Kind. Begnadigung im Sinne seines Plans.

Mit gesenktem Lockenkopf geht Alice vor Doktor Grau her. Schallend lachen die Gedanken, freudig zankende Wesen. Alice ist eine Hülle mit gesichelter Wunde bis knapp über dem Gelenk des kleinen Fingers an ihrer zarten, linken Hand. Schauspielerin, Alice, das kleine Biest: Chapeau!

Wäre sie eine Katze, würde sie nun Doktor Graus Hand lecken, wie er ihr die Wunde verbindet. Wie konnte der Gärtner nur die Sichel im Garten liegen lassen, und wie konnte das Kind so dämlich sein, sie zu nehmen!
Alice schaut so dumm drein, dass Doktor Grau nicht mehr darüber nachdenkt, was Alices Absicht gewesen sein könnte, und was sie noch alles hätte anstellen können.
Hohe Schule des dümmlichen Mädchenblicks.
Doktor Grau:
„Alice?!“

Mit gesenktem Kopf auf das Kleid blickend, muss nun Zauberlist angewendet werden.
Das blaue Wasser im Brunnen auf dem steinernen Vorgartenplatz darf Alice jetzt benutzen, um das Kleid zu reinigen.
Tonloses Jauchzen in ihrer Kathedrale. Über die Auffahrt tanzt ein Heer barfüßiger Blumenmädchen. Doktor Grau steht unbeweglich oben vorm Haus. Sein schütteres Haar weht im Wind. „Hässlich, hässlich!“, lachen und spotten die Blumenmädchen. Sie schütten sich aus vor Lachen. Blumen fliegen, taumelnd wie Mückenschwärme, die Auffahrt hinauf.
Doktor Grau hat die Sichel in sichere Verwahrung gebracht.
So geht es nicht, nicht noch einmal.
Alice!



 Eva Wal

1. Episode auf diesem Blog im Post September 2017


Dienstag, 3. Oktober 2017

Alles fließt

Schreibtag im Arp Museum 
Immer wieder ein ganz besonderer Tag mit fruchtbarer Auseinandersetzung, Vertiefung, Schreiben, Lesen und Zuhören. Dieses Mal fand der Workshop in der Ausstellung Werner Klotz, "Das Auge ist ein seltsames Tier", im Künstlerbahnhof statt.   www.arpmuseum.org

 

Alles fließt, πάντα ῥεῖ, so sagte schon Heraklit: man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn der Fluss ist nicht derselbe, und ebenso ist der Mensch niemals derselbe im nächsten Moment ... ein ewiges Werden und Vergehen.

Pat Winslow, eine der am Oxford-Bonn-Austausch beteiligten Dichterinnen aus Oxford, beginnt ihren letzten Blogeintrag, einen Reisebericht, der auch die Begegnung der Dichtergruppe Oxford Stanza 2  mit der Schreibgruppe am Arp Museum Dada war alles gut beschreibt:

Quietly flows the river...

The Greek philosopher Heraclitus  said that no person can ever step in the same river twice because it is never the same river and the person is not the same person. However much we may wish to go back, however much we may wish to repeat the same experience, we are stuck in the present, going forward. Stuck is the wrong word, of course, because  the present is always changing. If stasis exists it is entirely of one's own construction. It exists in the mind.


https://thepatwinslow.blogspot.de


Spiegelung des Decken-Freskos im Künstlerbahnhof


 Das Außen im Innen und das Innen im Außen: 
"Rotating Mirrors", Geister und Lichter im Café
und Wasser überall.




 Schreiben in der Bibliothek

Fotos von Brigitte Dietrich 


Wasser auch von oben: Der "Goslar Warrior"
von Henry Moore vor dem Arp Museum

Nächster Schreibtag am Samstag, 21. Oktober, 14 - 17 h im Arp Museum,
siehe: projekte/künstlerworkshops auf diesem Blog 

Montag, 11. September 2017

Alice - Wetterwechsel I

Alice
7 Episoden

1. Episode  


Geschrieben 2013 und 14, überarbeitet, herausgegeben
und illustriert von der Autorin im August 2017


Abend im Frühjahr
Wetterwechsel,

hat er zu Alice gesagt, sei nicht gut für ihr Gehirn.
Dieser Doktor Grau hat Theorien, die eigentlich niemand nachvollziehen kann; aber davon weiß Alice natürlich nichts.
Bei diesem wunderschönen Sonnenschein wandert sie im Garten herum. Sie sieht reizend aus, ihre zierliche Gestalt in nettem Kleidchen mit bunten Bändern verziert. Doch der Kopfschmerz fasst jeden Gedanken wie mit Zangen an und drängt ihn in die entlegensten Ecken ihres hübschen, lockenbedeckten Schädels.

Doktor Grau gab ihr Tabletten, die sie mit diesem blauen Wasser aus dem Brunnen im steinernen Vorgarten herunterspülte.

Allmählich geht das Kopfweh weg, aber auch die Gedanken verblassen, verschwinden.

Am Nachmittag kommt die Katze.

Verlorene Erinnerungen sind nicht verloren; irgendwo bleiben sie im Körper gespeichert.
Die Gedanken sind verwandelt. Labile Gestalten.

Alice ist beinahe schmerzfrei.
Die Katze streift um ihre Beine. Der Schnittlauch blüht, Iris, Erdbeeren, Klee. In diesem Frühjahr blüht alles auf einmal.
Primeln, Rosen, Astern.

Alice steht im Garten, schmerzlos, erinnerungslos, gedankenverloren. Sie möchte gerne wurzeln, in die Erde hinein.
Ihre Füßchen stehen nebeneinander wie Geschwister. Sie spreizt die Zehen und gräbt sie in den Boden.
Eins, zwei, drei vier, fünf, dringen sie nacheinander ein.
Eins, zwei, drei vier, fünf, dringen sie nochmals ein. Dann sinken die Fußsohlen, diese überaus empfindlichen Körperteile, in den Grund. Langsam, wie zwei Kähne, die sich allmählich durch ein Leck mit Wasser füllen.

Die schwarze Katze schaut Alice gelbäugig zu. Doktor Grau hat ihr Milch gegeben.
Sie leckt einen feinen Milchbart ab.

Alices Füße stecken bis zu den Fußgelenken in der kühlen, lehmigen Erde. Sie spürt kraftvolle Muskelkontraktionen an der empfindlichen Haut ihrer Fußsohlen. Erster Kontakt mit Regenwürmern. Berührung: glatt, gerillt und kräftig.
Alice wird tiefer gezogen. Sie spürt einen Sog. Ihre Fersen ähneln Wurzeln, Knollen, Pflanzenzwiebeln, wie sie nun unter der Oberfläche stecken, und aus ihnen wollen zwei Waden wachsen, zwei weiße Beinchen als Stiel einer Pflanze. Es treibt aus diesen Fersenknollen, zieht in Alices Sehnen, Waden, Knien, hinauf und hinunter.

Alices Nerven werden zum feinen Wurzelgeflecht.
Brennnesseln sind wie Zündschnüre, ziehen sich unberechenbar, lang und dünn durch das Erdreich. Kriegerinnen, Amazonen mit Giftpfeilen.
Alice findet das Gift der Brennnessel sehr belebend, es bekommt ihr. Vielleicht ist sie eine Amazone.

Löwenzahnwurzeln stecken wie Pfähle im Grund. Fest und glitschig. Sie weisen in die Tiefe. Tiefenmesser. Erdwächter.

Alice biegt ihren Körper zurück, hält ihr Gesicht dem blauen, von schneeweißen, strahlenden Wolken bevölkerten Himmel entgegen.
Ihre Augen sind voller Wasser, aus einem Mundwinkel rinnt ein dünner, sämiger Speichelfaden. Aus ihren Wangen weicht das Blut. Sie spreizt ihre Finger, dreht die Handinnenflächen nach oben. Eins, zwei, drei vier, fünf, nimmt die Luft die Fingerchen. Eins, zwei, drei vier, fünf, nimmt sie nochmals die Fingerchen und die ganze Hand, und dann die ganze andere Hand.
Nun zieht die Erde kräftiger an Alice. Sie nimmt ihre Waden.
Alice zittert vor Aufregung, Freude, Angst. Sie öffnet den Mund. Die gelbbraunen Locken hängen von ihrem Kopf wie wildes Gras; sie wachsen der Erde zu.

Die Katze gähnt. Sie öffnet ihr Katzenmaul mit den spitzen Zähnen. Die gelben Augen blinken wie Leuchtturmfeuer darüber hervor.

Alice kennt nicht jede Wurzel, jedes Tier. Nicht alle sind ihr angenehm.
Da Nacktschnecken und Spinnen. Dort Waldmeister, Minze, Holunder.

Alice sinkt.

Die Katze setzt sich auf den Boden und reckt ihren Hals in Katzenart. Sie schaut und stellt die Ohren auf. Ihre Schnurrbarthaare bewegen sich in einer leichten Brise.

Alice spürt sich fest gehalten, eingesogen. Die Erde steigt über ihre Knie, an ihren Schenkeln empor. Eine krümelige Masse. Ein starker Geruch geht von ihr aus.
Alice schließt die Augen. Der Kopfschmerz ist vergessen.
Doch sie ist einer Ohnmacht nahe.

Die Katze spreizt ihre Pfoten. Für einen kurzen Moment werden die Krallen sichtbar.

Ein taumeliges Gefühl erhebt sich in Alices Kopf. Möglicherweise von dort, wo Erinnerungen kauern.
Aus Alices Kehle dringen eigenartige Laute. Unbekannte Naturlaute.
Die Erde duftet. Sie steigt weiter an ihr empor. Berührt sie, wo sie noch nie so stark berührt wurde. So direkt. So dringlich.
Erstmals sieht die Katze sie an. Es ist ihr, als würden sich die Katzenaugen zu Schlitzen verengen, während ihre eigenen Augen sich wie von selbst weiten. Sie spürt, wie Flüssigkeit aus ihren Augen dringt. Milch fließt aus ihnen hervor und läuft wie ein Wasserlauf in ihren Mund, mitten in ihren schweren Atem hinein.

Die Katze schaut aufmerksam zu.

Alice steckt bis zur Hüfte in der Erde. Ihr Kleid ist glockenförmig um sie herum ausgebreitet, die Bänder liegen lose darauf. Sie sieht nun aus wie eine Blume auf der Wiese. Rittersporn, Pfingstrose, Pusteblume, Alice.
Schmetterlinge trudeln durch die Luft.

Alice legt die Hände auf die Erde. Sie atmet etwas ruhiger.
Aus ihren Augen strömt unentwegt Milch.

Die Katze leckt sich das Mäulchen.

Ein Schmetterling fliegt um Alices Hand. Der Wind berührt ihr Lockenhaar.

Es hatte so lange geregnet. Viele Wochen lang. Kein Wunder, dass Doktor Grau Alice immer neue Medikamente gab, um ihre Stimmung aufzuhellen.
Alice nahm sie gerne, denn nur dann durfte sie zu ihrem Brunnen im steinernen Vorgarten gehen und die Medikamente mit dem köstlichen, hellblauen Wasser daraus herunterspülen.

Der strahlend blaue Himmel heute ist eine Sensation.
Blank gewaschen wie Alices Gesicht.

Die Katze lässt sich vom Schmetterling ablenken. Ihre Ohren zucken.
Wie sie nun weiter in die Erde hineingezogen wird, beginnt Alice zu singen.
Die Laute dringen aus ihr hervor wie die Milch aus ihren Augen. Langsam muss sie die Arme heben, als ob die Mutter ihr das Kleidchen ausziehen wollte. Die Erde erreicht bald Brusthöhe.

Alice sieht auf einmal die Dunkelheit des Erdreichs vor sich. Wie von selbst singt sie lauter. Manchmal schnappt sie nach Luft. Es wird dunkel sein unter der Erde. Ganz sicher ist es dort dunkel. Dunkel wie die tiefste Nacht. Die Erde besteht aus tausend schwarzen Katzen mit Erdfell und Wurzelkrallen.
Alice zückt Pfeil und Bogen und spuckt Brennnesselgift auf den Pfeil. Sie will sich bewegen, drehen. Auf einem Erdpferd reiten. Einem Licht entgegen. Es muss doch Erdlichter geben! Unterirdische Höhlen mit Leuchtern, an denen Erdlichter brennen.
Der Lehm wird ihr zu aufdringlich um ihren Körper herum.
Zu dominant. Mit kühler Gewalt umschließt er ihre Brust, ihre Seiten, ihren Rücken. Sie ist gefangen in der Erde. Ihre Knochen stecken in ihrem Körper fest. Das Erdreich umgibt sie unausweichlich. Was, wenn es sie loslässt?
Alice denkt nicht mehr.

Die Katze legt sich hin. Dreht ihren Kopf zur Seite und bettet ihn auf den Pfoten. Will sie einschlafen, oder kann sie Alice so besser beobachten?

Wolken ziehen über Alices Kopf. Schafe, Drachen, Hyazinthen, Disteln, Menschenfresser, Felsen, Gänseblümchen.

Nun steckt Alice bis zum Hals in der Erde in Doktor Graus Garten.
Seine Theorien sind null und nichtig.

Alice weint Milch und singt. Ihr Gesang klingt wie der eines kleinen Vogels mit einem großen Hall. Er zieht in den Halbschlaf der Katze.
Es ist, als ob sich die Luft von der Erde erhebt. Alice muss in einer Ohnmacht sein, sonst würde sie schreien. Die Grasspitzen berühren ihre Achseln, die zusammen mit den Schultern gefressen werden. Die Erde muss sich anstrengen, das Mädchen nun ganz in ihren Schlund zu ziehen. Sie zieht, saugt, drückt. Es ist eng und unangenehm. Alices Kleid, das auf dem Gras um sie herum ausgebreitet liegt, ist in Milch getränkt. Ihr Gesicht ist schneeweiß.
Sie ist taub und schmerzfrei, erinnerungslos.

Doch dort, unter der Erde, beginnen Erinnerungen in ihrem Körper zu erwachen. Sie tragen Pfeil und Bogen und Löwenzähne. Sie haben wildes Fell und Erdkörper. Noch sind sie klumpig und klobig.

Die Katze schläft, während Alices Gesicht im Grund verschwindet. Das Kinn berührt die Erde. Der Mund füllt sich, die Zunge wird zu Lehm. Die Nasenspitze, die Nasenlöcher, der Nasenrücken verschwinden zusammen mit den Wangen und den Ohren. Augenhöhlen, Augenbrauen, Stirn und zuletzt die Haare, der Scheitel entweichen dem Blick der tanzenden Schmetterlinge, der Luft, der Wolkenaufsicht.

Der Wind muss nun auf Alices Locken verzichten.

Die Katze schläft tief.

Es blühen Klee, Rittersporn, Adonisröschen, Ginster.

Die Welt um Alice kippt unmerklich, als habe jemand einen Schalter umgelegt.
Das ist Alices Zauberei, unwissend legt sie den Schalter um.
Doktor Grau ahnt nicht, dass alle seine Tabletten nie wirkten.

Keine einzige hatte je Einfluss auf Alices Magie. Allein das blaue Wasser aus ihrem Brunnen verlor nie seine Wirkung.

Alice hat den Schalter umgelegt, und die Erde ist zu Wasser geworden. Wale, Fischschwärme, Haie und Seepferdchen ziehen um Alice herum, die in einer großen Weite schwebt und gleitet. Sie schwimmt, ein Mädchenfisch, bewegt sich mit den Strömungen.
Die Erinnerungen verlassen Alice und nehmen die Gestalten von Meerestieren und Pflanzen an. Regenwürmer sind zu Seepferdchen geworden, Nacktschnecken zu Thunfischschwärmen, Spinnen zu Krebsen, Kraken, Rochen. Korallenriffe gleichen buntem Wurzelwerk.
Unendlich reich und tief ist der Ozean. An seiner Oberfläche tanzen Schaumkronen wie die weißen Wolken über dem Horizont.

Alice hat Doktor Graus Garten verlassen. Der abendliche Wind hebt ihr Kleid vom Boden auf und trägt es hoch in die Luft. Dort segelt es mit den weißen Wolken, den Drachen, Menschenfressern, Pusteblumen, Felsen und Erdreitern bis übers Meer.

Einzelne Milane kreisen über dem verlassenen Garten, in dem noch ein Brunnen steht. Das hellblaue Wasser spritzt in einer hohen Fontäne in die Luft, schimmernd in der Abendsonne.

Die Katze wacht auf. Sie gähnt, reißt ihr Mäulchen auf, erhebt sich. Streckt ihre Glieder aus, nach vorne, nach hinten, spreizt die Tatzen, fährt die Krallen aus und wieder ein. Dann wandert sie durchs Gras davon auf Katzenart.



Eva Wal


Samstag, 2. September 2017

Probe/ Rehearsal

Nach einer langen Reise für die Gäste aus Oxford treffen wir uns zur ersten und einzigen gemeinsamen Probe für die Performance zur Eröffnung der interaktiven Installation "Das Große Fragezeichen" der Britischen Künstlerin Diana Bell am nächsten Tag zur Feier der 70 Jahre Städtepartnerschaft Oxford-Bonn.

After a long journey for our guests from Oxford we meet for the one and only rehearsal of both groups to perform at the opening of Diana Bells interaktive art-installation "The Big Questionmark" the next day to celebrate 70 years of Bonn-Oxford-twinning.

Poet-groups Oxford Stanza 2 and Dada war alles gut, Bonn:
Bill Jenkinson, Eva Wal, Heike Keßler, Maria Müller, Louise Larchbourne, Andrew Shelton, Sharon D. Cohagan, Inge Milfull, Pat Winslow, Stella Shakerchi, Nelly Neukirchen


Fotos by Thomas Nicolaou, Oxford
Many thanks!

(c) Thomas Nicolaou



















Das Große Fragezeichen

Eröffnung/ opening DAS GROSSE FRAGEZEICHEN/ The Big Questionmark by Diana Bell, 26. August, Remigiusplatz, Bonn, with Bezirksbürgermeister Helmut Kollig, Lord Mayor of Oxford and performance of poets from Oxford Stanza 2 and Dada war alles gut, Bonn - zur Feier der 70 Jahre Städtepartnerschaft Oxford-Bonn.

- to celebrate 70 years of Bonn-Oxford-twinning.

Bill Jenkinson, Eva Wal, Heike Keßler, Maria Müller, Louise Larchbourne, Andrew Shelton, Sharon D. Cohagan, Inge Milfull, Pat Winslow, Stella Shakerchi, Nelly Neukirchen

Fotos by Thomas Nicolaou, Oxford
Many thanks!

(c) Thomas Nicolaou




























www.thebigquestionmarkartproject.com 

Die letzten beiden Fotos: Theo